Erste  Hilfe


 

Leben retten - jetzt noch leichter

 

Ab 1. Januar 2007 gelten neue Richtlinien für die Erste Hilfe-Ausbildung. Die Änderungen sollen es Ersthelfern noch leichter machen, im Notfall beherzt zugreifen und Leben retten zu können. Das DRK erklärt die wichtigsten Änderungen.

Stefan Osche, DRK-Erste Hilfe-Experte sagt: "Wichtig ist, überhaupt zu helfen. Das neue Regelwerk soll durch einfach erlernbare Handgriffe die Scheu vor dem Helfen verringern und damit die Überlebenschance von Notfallpatienten verbessern. Auch wenn man sich in einer Notfallsituation nicht mehr an jedes Detail erinnern kann, sollte man helfen. Es gibt nur einen Fehler - nichts zu tun."

Die wichtigsten Änderungen:

1. Stabile Seitenlage

Ein Bewusstloser, der noch atmet, kommt in die Stabile Seitenlage. Sie verhindert, dass der Betroffene beispielsweise an Erbrochenem erstickt. Bisher waren fünf Handgriffe nötig, um die Person in die richtige Position zu bringen - nach den neuen Regeln sind es nur noch drei:

  • 1.  Den nahen Arm des Bewusstlosen angewinkelt nach oben neben dessen Kopf legen (Handfläche nach oben)
  • 2.  Den anderen Arm über den Brustkorb ziehen und die Hand des Betroffenen auf dessen Wange legen.
  • 3.  Das ferne Knie beugen und den Betroffenen zu sich herüber ziehen.

Danach wird die Position nur noch justiert: Man überstreckt den Hals des Betroffenen, um die Atemwege frei zu machen, und öffnet leicht dessen Mund.

2. Wiederbelebung (HLW)

Wenn ein Betroffener weder bei Bewusstsein ist, noch atmet und keinen Puls , sollte man schnellstmöglich einen Notruf (112, in einigen Regionen gilt zusätzlich die 19222) absetzen und danach mit der Wiederbelebung beginnen. Jede Minute, die jetzt ohne Reanimation verstreicht, verringert die Überlebenschance erheblich!  Bisher galt die 15 : 2 Regel,  neu 30 : 2

  • Herzdruckmassage: Drücken Sie mit aufeinander liegenden Händen 30-mal in der Mitte des Brustkorbs des Betroffenen (Rhythmus: etwas schneller als 1-mal pro Sekunde)
  • Beatmung: Überstrecken Sie den Kopf des Betroffenen, halten Sie seine Nase zu und beatmen ihn 2-mal Mund zu Mund.

Dieses 30:2-Verhältnis wird beibehalten, bis der Rettungsdienst eintrifft und die Maßnahmen fortführt. Bisher galt das Verhältnis 15:2, Studien haben jedoch gezeigt, dass die häufigere Herzdruckmassage für das Überleben sehr wichtig ist.

Zum Schutz von Helfer und Patient bei der Beatmung hat das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit einem Medizinproduktehersteller eine Einmal-Notfallbeatmungshilfe entwickelt. Sie ist unter dem Namen "Quick Aid " in Apotheken und bei der DRK Service GmbH erhältlich.

Angebote des DRK

Die Erste Hilfe ist eine Kernkompetenz des Deutschen Roten Kreuzes. Flächendeckend bilden 14.000 haupt- und ehrenamtliche DRK-Mitarbeiter jährlich rund 1,2 Millionen Bürger darin aus, in Notfällen zu helfen. Zum Angebot gehören nicht nur der bekannte Kurs für Führerscheinanwärter, sondern auch spezielle Trainings für Motorradfahrer, Eltern, Angehörige von Risikopatienten und ein Erste Hilfe-Kursprogramm speziell für Sportgruppen.

Weitere Informationen zur Ersten Hilfe und zum Kursangebot des BRK  finden Sie unter link_grafikwww.kvcham.brk.de.  oder bei Ihren örtlichen Kreisverband.

 


 
Um eine bewusstlose Patientin in die Stabile Seitenlage zu bringen braucht der Ersthelfer jetzt nur noch drei Handgriffe zu lernen:

1. Den nahen Arm der Patientin angewinkelt neben deren Kopf legen..


 

2. - den anderen Arm über den Brustkorb ziehen und die Hand der Patientin auf deren Wange legen..
 

 

3. -das ferne Knie der Patientin beugen und die Betroffene zu sich herüber ziehen. Danach wird die Position nur noch justiert: Hals überstrecken, um die Atemwege frei zu machen, und den Mund leicht öffnen.

 

 

Fertig !! - ist die stabile Seitenlage



 

Ein Patient, der weder bei Bewusstsein ist, noch atmet und keinen Puls hat, muss sofort wiederbelebt werden. Für die Herzdruckmassage drückt die Ersthelferin mit aufeinander liegenden Händen 30-mal in der Mitte des Brustkorbs.

 

Bei der anschließenden Beatmung überstreckt die Helferin den Kopf des Betroffenen, hält seine Nase zu und beatmet ihn 2-mal Mund zu Mund.



 

Der Rhythmus von 30mal Herzdruckmassage & 2 mal beatmen muss solange durchgeführt werden, bis der Patient wieder selbstständig atmet, oder bis der Notarzt bzw. Rettungsdienst eintrifft.




Text: Stephanie Krone
Bilder: DRK
Datum: 29. Dezember 2006

 


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